Vergebung

“Irren ist menschlich, vergeben ist göttlich”

 

Vergeben ist das Wichtigste, was ein spirituell Suchender lernen sollte

Vortrag von Guruji Sri Kanti Parshuram, Rishikesh 21.12.2004
English text: Guruji, Lecture on Forgiveness

Guruji spricht über die Bedeutung der Vergebung für die Entwicklung unserer Spiritualität und erklärt, wie man vergibt. Im Anschluss beantwortet Er Fragen über das Töten im Krieg, Kampfsport, Vaishnavi Devi, den Astralkörper von Baba, die Befreiung, Befehlsverweigerung von Soldaten und Heilige Kriege:

Vortrag vom 21.12.2004, Video: Christian Steinke

english text: 2004-12-21 Guruji, Lecture on Forgiveness (PDF)

Wir alle sind Teile von Gott

Genau genommen sind wir alle göttlich. Es gibt ein Sprichwort, das sagt: Irren ist menschlich, vergeben ist göttlich. Was bedeutet das? Wenn Menschen keine Fehler machen, sind sie keine Menschen: sie machen Fehler. Aber verzeihen ist göttlich. Nur göttliche Menschen haben die Fähigkeit zu vergeben. In der Gita sagt Krishna, wie wichtig es ist, zu verzeihen. Wer jemand anderem verzeihen kann, kann zur Höhe der Göttlichkeit aufsteigen.

Wie geschieht das? Was ist mit dem Verzeihen verbunden? Zu verzeihen bedeutet, dass ihr verzeiht, egal welcher Schaden von anderen verursacht wurde oder ob ihr verletzt wurdet. Verzeihen ist mit Nachsicht, Geduld und der Fähigkeit verbunden, schlechte Handlungen von anderen zu ertragen. Nur dann könnt ihr verzeihen. Wenn ihr verletzt werdet, und ihr verhaltet euch still und verzeiht, ist das eine große Sache. Nehmt Jesus als Beispiel. Als Er ans Kreuz genagelt wurde, sagte Jesus zu Baba, zu Gott: „Bitte vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Das ist Vergeben. Er wurde gerade getötet, und dennoch sagte Er: „Vergib ihnen.“ Das ist die Größe des Verzeihens.

Wer Vergebung entwickelt, kann hoch spirituell werden

Wenn ihr diese Eigenschaft entwickelt, dann könnt ihr hoch spirituell und göttlich werden. Wie entwickelt man nun diese Eigenschaft des Vergebens? Wenn ihr diese Eigenschaft entwickeln wollt, könnt ihr nicht mehr ärgerlich werden, denn wenn ihr ärgerlich werdet, seid ihr niemals im Stande, dem anderen zu verzeihen. Wir müssen also vermeiden, ärgerlich zu werden.

Das zweite sind die Gefühle. Wir sollten uns von Gefühlen nicht hinreißen lassen. Wir sollten nicht auf die Situation reagieren, in die ein anderer uns gebracht hat. Ich gebe euch ein Beispiel: Der Weise Bhrugu prahlte damit, dass sich niemand dagegen wehren könne, ärgerlich zu werden. „Jeder wird ärgerlich. Ich provoziere ihn, und dann wird er ärgerlich.“ Die anderen Weisen sagten: „Nein, nein, Vishnu kann niemals ärgerlich werden!“ Bhrugu sagte: „Okay, dann werde ich Ihn testen!“ Er ging also zum Vishnu Loka, Vishnu saß dort, und Bhrugu trat ihn gegen die Brust. Ihr kennt das, wie man das im Judo oder Karate macht; so einen Tritt versetzte er Vishnus Brust. Lakshmi Ma saß da und war sehr, sehr ärgerlich, dass Vishnu von dieser Person so getreten wurde, aber sie verhielt sich still. Vishnu sagte: „Komm, Weiser, Ich hoffe, dass du dir deinen Fuß nicht verletzt hast, als du Mich getreten hast. Lass Mich mal schauen, lass Mich ihn massieren. Geht es dir gut?“ Und Bhrugu war überrascht, dass Vishnu nicht ärgerlich wurde, dass Er nicht auf den Angriff regierte. Es tat ihm leid und er bat um Vergebung. Aber Lakshmi Ma verzieh ihm nicht. Tatsächlich sagte Lakshmi Ma zu Vishnu. „Warum hast du das ertragen?“ Einen Augenblick ging Lakshmi Ma sogar weg von Vishnu, sie war so ärgerlich, dass ein Gott geschlagen wurde, dass die Überseele von jemandem geschlagen wurde, und dass Er keine Vergeltung übte. Damit wollte Er den anderen Menschen ein Beispiel geben, dass man so etwas ertragen kann, dass man dieser Person verzeihen kann, auch ein so verabscheuungswürdiges Verbrechen wie dieses.

Wenn Ihr verzeiht, wird es Frieden geben

Ich kann viele solcher Beispiele anführen, Gandhi zum Beispiel. Ihr kennt Gandhi, er war ein Freiheitskämpfer.

Devotee: Mahatma Gandhi?

Guruji: Ja, weil er Ahimsa praktizierte, wurde er als Mahatma, große Seele; bekannt. Ahimsa bedeutet Gewaltlosigkeit. Er predigte das nicht nur, sondern er zeigte es den Leuten auch. Er sagte: „Wenn euch jemand hierhin schlägt, nehmt die andere Seite und sagt: Schlag mich hier auch, wenn du willst. Ich hoffe, du…“ Das war die menschliche Größe, die Gandhi erreichte, und deshalb ist er als Mahatma bekannt.

Wenn ihr daher irgendjemandem das verzeiht, was er oder sie euch angetan hat, dann wird es Frieden auf der Erde geben – wenn alle verzeihen! Habt ihr verstanden, was ich euch zu sagen versuche? Es liegt eine sehr tiefe Bedeutung darin. Wenn ihr mit R. streitet, weil er irgendetwas gesagt hat, ist das nicht richtig, oder wenn R. deswegen mit euch oder jemand anderem Streit anfängt. Wenn ihr dieser Person verzeiht, wird es Frieden im Haus, im Land und auf der Welt geben. Nur indem man verzeiht, kann Frieden erlangt werden. ….. wie Baba sagt: Liebt alle, dient allen! Das ist eine andere Sache. Wenn ihr jedem verzeiht, der Fehler gemacht hat, wird es Frieden geben. Ich will damit nicht sagen, dass es richtig ist, wenn jemand einen Mord begangen hat und diese Tat vor Gericht verhandelt wird, dass man zu dem Täter sagt: „Okay, ich vergebe dir.“ Das meine ich nicht. Das ist die natürliche Gerechtigkeit, die in dem Fall zu geschehen hat. Wenn ihr den Körper verlasst und zum Gott der Rechtschaffenheit geht, werden dort, wie Ich euch gesagt habe, all eure schlechten Taten laut vorgelesen. Und ihr werdet dafür bestraft. Und in einem solchen Fall (Mord, Vertrauensbruch und nicht bezahlte Schulden) gibt es keine Vergebung. Aber auf der menschlichen Ebene, da sollte es einen Aufstieg von der Menschlichkeit zur Göttlichkeit geben. Verzeiht anderen, was sie tun, die kleinen Dinge und auch größere. Wenn ihr geschlagen oder verletzt werdet, im Herzen oder im Gemüt verletzt, körperlich oder seelisch, das sind die Dinge, die ihr vergeben solltet. In der Gita gibt es viele Kapitel, in denen erwähnt wird, dass ihr den Menschen vergeben sollt. Ihr solltet entschuldigen und nicht von Ärger, von den Gefühlen und dem Ego mitgerissen werden. Wenn das Ego verletzt wird, möchte es dem Verursacher alles Mögliche antun. Aber ihr solltet verzeihen.

Vergebung bedeutet: Nichts persönlich nehmen

Ich kann euch viele Bespiele aus meinem Leben als Offizier bei der Armee geben. Ihr wisst, dass es da sehr streng mit Strafen zugeht. Disziplinverstöße werden sofort gemeldet und sie werden durch Bestrafung geahndet, damit die Person den Verstoß nicht wiederholt. Warum ist das in der Armee notwendig? Weil man sagt, dass im Angesicht einer Kugel, die angegriffene Person versuchen wird, wegzulaufen. Wenn die Disziplin in der Einheit nicht gut ist, wird der Soldat weglaufen. Um die Disziplin einzuschärfen, die nötig ist, damit man am Ende bereit ist, sein Leben zu opfern, ist das ein gutes Training für die Soldaten in der Armee.

Aber während meiner Dienstzeit habe ich nie jemanden bestraft. Ich habe es nicht persönlich genommen, ich habe allen vergeben, ich habe es ihnen erklärt, ich habe sie begreifen lassen, dass es falsch war, was sie getan hatten, und ich habe ihnen das Versprechen abgenommen, dass sie es nicht wiederholen würden. Und das genügte. Die Leute erkannten, was ich ihnen zu erklären versuchte, und sie hielten sich an die Disziplin. Tatsächlich war die Disziplin in meiner Einheit die beste von der ganzen Division. Das zeigte sich bei einem Disziplin-Wettbewerb. Meine Einheit lag vorne, ohne dass jemand bestraft wurde. Es ist eine Sache des Erklärens und dass man die Gefühle anspricht. Ich vergab ihnen nicht nur, sondern ich veranlasste auch andere, ihren Untergebenen zu verzeihen. Einmal machen sie Fehler, aber sie wiederholen sie nicht, wenn ihnen vergeben wird. Wenn ihr sie bestraft, machen sie den Fehler erneut. Sie sagen dann: „In Ordnung, wir gehen für 21 Tage ins Gefängnis, und dann kommen wir wieder heraus.“ Das ist Auflehnung. Ihr kennt das, man wird zu jemandem, der sich entziehen will, wenn man durch Schläge oder so bestraft wird. Aber wenn ihr es dem anderen erklärt und ihm verzeiht, sind die Chancen größer, dass er sich bessert, als wenn man autoritär die Disziplin durchsetzt.

Das ist meine eigene Erfahrung aus meinem 35jährigen Dienst, wo ich viel mit solch berüchtigten Soldaten zu tun hatte. Und ich war in einem Sikh-Regiment, dem Punjab-Regiment, und die Sikhs sind wegen mangelnder Disziplin sehr berüchtigt. Sie fluchten (schwörten) sogar bei meinem Namen. Am Anfang, als ich das Offiziers-Patent hatte, kam ich nach Nagaland. Habt ihr von dieser Gegend gehört? Es bestehen dort bis heute Probleme mit Aufständen. Wenn wir zu der Zeit unsere Unterkunft verließen, konnten wir nie wissen, ob wir wieder lebendig zurückkehren würden, denn es gab überall Kampfhandlungen. Sie kannten die Gegend in- und auswendig, sie kannten den Dschungel – es war ein sehr dichter Dschungel – und sie konnten jederzeit auf uns schießen. Das waren die Umstände, unter denen ich dorthin kam. Am Anfang testen die Sikhs einen Offizier. Und ich bekam die Verantwortung für eine Sikh-Kompanie. Am Morgen gab es einen Dauerlauf. Ihr wisst, dass es in der Armee täglich ein körperliches Training gibt. Eine halbe Stunde wurde gelaufen, egal wie viel Kilometer, und dann kehrte man zurück. Am ersten Tag, an dem ich mit ihnen lief, rannten sie sehr schnell und versuchten es so einzurichten, dass ich hinter ihnen blieb. Am zweiten und dritten Tag ging das so weiter. Dann ging ich zum Befehlshaber der Kompanie – ich war Kompanie-Offizier – und sagte: „Wenn Sie erlauben, würde ich das morgendliche Training von einer halben Stunde auf eine Stunde ausdehnen.“ Er fragte: „Warum willst du das machen?“ So sagte ich: „Ich möchte mich vor dieser Sikh Mannschaft beweisen.“ Er antwortete: „Okay, dann geh vorne weg.” Er war auch ein Sikh Offizier, deshalb wusste er, was ich meinte. An dem Tag packte ich sie. Sie liefen eine halbe Stunde und dann sagten sie: „Jetzt ist es gleich zu Ende.“ Aber ich machte weiter, eine ganze Stunde, um ihre Ausdauer zu prüfen. Und ich blieb immer an der Spitze. Als wir zurückkamen, sagten sie auf Punjabi: „Sie haben unseren Test bestanden. Wir akzeptieren Sie als unseren Führer.“

Brief eines Guruji-Schülers:

Sai Ram Gertrud,

ich habe mich wieder erinnert, dass ich Guruji als Kind im Fernsehen gesehen habe. Ich saß spielend am Fußboden, als in den Nachrichten von einer Unruhe in Indien berichtet wurde. Von Sikhs war die Rede und dass diese Menschen immer sehr gewaltbereit seien. Es gab einen Konflikt, den ich nicht verstanden habe. Man hatte mit einem Blutbad gerechnet. Aber dann sei General Taylor mit seiner Sikh-Truppe aufgetaucht und habe den Konflikt “unblutig niedergeschlagen”. Diesen Ausdruck habe ich als Kind nicht verstanden und erklärte mir das so, dass die Waffen „unblutig niedergelegt“ worden seien.

Das war so etwas Besonderes, dass darüber in den Nachrichten berichtet wurde: mit Foto und Namensnennung des Generals. Ich habe das Bild von Guruji in Uniform vor Augen, das mich damals sehr beeindruckt hatte. Zum ersten Mal hatte ich von den Nachrichten etwas verstanden: Dass man Unruhen “unblutig niederschlagen” kann, und ich begann diesen General sehr zu bewundern. Ich löcherte meinen Vater mit Fragen, bekam aber keine zufrieden-stellenden Antworten. Er schimpfte nur auf die Sikhs, dass die so gewalttätig und fanatisch seien. Ich wollte wissen, warum – doch das wusste er nicht. Ich fragte ihn wie der General das geschafft hatte, eine Truppe von indischen Soldaten, die selbst Sikhs sind, im Kampf gegen andere Sikhs zu führen:”Wieso haben sie ihm gehorcht? Wieso hat keiner geschossen? Die hatten doch alle Gewehre dabei, die Soldaten und die anderen Sikhs? Wieso schickt man überhaupt Sikh-Soldaten in den Kampf, wenn die so schlecht gehorchen? Und: Wieso sind am Ende alle nach Hause gegangen ohne einen Kampf?” Das war für mich ein Wunder. “Worüber hat der General mit ihnen geredet”, wollte ich wissen. “Wie geht so was? Wieso schickt man nicht immer den General Taylor, wenn es Krieg gibt: der weiß doch, wie das anders geht?”

Von da an schaute ich gerne die Nachrichten an, weil ich auf General Taylor wartete. Einige Zeit später kam wieder ein Bericht über einen Angriff von Sikhs – ich wartete darauf, dass auch von General Taylor gesprochen würde. Aber diesmal war er nicht dabei, diesmal gab es Verletzte. “Hätten sie mal den General Taylor hingeschickt”, dachte ich als Kind und war sehr enttäuscht, dass dieser tolle General nicht alle Auseinandersetzungen lösen konnte, die es in der Welt gab!
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich darauf wartete, dass sein Name genannt würde und mit dem Zusatz: “unblutig beendet” – und wie groß meine Enttäuschung war, bis fast hin zur Resignation. Ich verlor jedes Interesse an Nachrichten.

Durch den Vortrag von Guruji konnte ich mich wieder an das Erlebnis meiner Kindheit erinnern. Damals fand ich diesen General “wunderschön”: Sein Gesicht hat mir so gut gefallen. Und ich war verwundert, dass er so stark und kräftig aussah – ganz anders als andere Inder. Dass ich Seine Besonderheit damals schon erahnte, das macht mich heute sehr glücklich.

Wenn Ihr nicht reagiert und verzeiht, wird Eure Stärke zunehmen

Es geht also darum, ruhig zu bleiben und in der Weise auf die Situation zu reagieren, dass man den anderen ihre Fehler verzeiht. Wenn ich meine Autorität eingesetzt hätte und sie wegen ihres Verhaltens während der drei Tage rausgeschmissen hätte, wäre ich nie als Vorgesetzter akzeptiert worden. Aber ich habe ihnen vergeben und sie dann meinerseits getestet, und so habe ich einen Platz in ihren Herzen bekommen. Als ich die Einheit verließ – vielleicht sollte ich das nicht sagen, ich rühme mich nicht – da kamen einige Leute von der Heeresleitung, um die Einheit zu visitieren, und sie stellten dabei auch Fragen über mich. Die Soldaten sagten: „Er ist Gott. Kein Mensch kann handeln, wie Er es tat, und deshalb muss Er Gott sein.” Das war ihr Eindruck, den sie weitergaben. Ihr könnt euch vorstellen, dass man aus Angst in der Gegenwart „jaja“ sagt, aber beim Weggehen wird man kritisiert, wenn man nicht gut ist. Aber in dem Fall lobten sie und ihr Lob hatte dieses Ausmaß, dass sie sagten: „Er ist Gott. Keine andere Person kann das tun außer Gott.”

Warum versuche ich euch dieses Beispiel zu geben? Weil ihr lernen sollt, jedem zu verzeihen und nicht auf das zu reagieren, was andere euch antun. Wenn ihr nicht reagiert und ihnen vergebt, wird eure innere Stärke zunehmen, eure Göttlichkeit, eure göttliche Kraft wird zunehmen und ihr werdet das tun können, was ihr wollt. Ihr werdet in der Lage sein, euer Gemüt zu kontrollieren und zu lernen, die ganzen Gefühle im Körper, im Gemüt und in der Seele zu beherrschen. Und so sehe ich das Vergeben als das Wichtigste, was ein spirituell Suchender lernen sollte.

[Guruji zu Christian Steinke, der während des Vortrages filmte:
Okay. Hast du es nicht auf Kassette aufgenommen? Du hast es aufgenommen, okay, gib es Gertrud, es ist ein neuer Vortrag.]

Om Om Om Shanti Shanti Shantihi

Fragen an Guruji:

Devotee: Guruji, was sollte man tun, wenn man angegriffen wird?

Verteidigt Euch, ohne emotional zu reagieren

Guruji: Sich verteidigen. Aber sich auf eine andere Art und Weise verteidigen, ich erkläre es euch, nicht indem man verbal oder emotional darauf reagiert. Verteidigt euch, indem ihr zuallererst mit dem anderen sprecht, ihn fragt: „Warum tust du das? Was habe ich getan?,“ Wenn er dies nicht annimmt, dann sucht Abstand. Ich sage nicht, dass ihr weglaufen sollt, entfernt euch aus der Situation und verwickelt euch nicht weiter da hinein. Wenn ihr reagiert, wenn ihr ärgerlich werdet, entstehen nur noch mehr Probleme für beide Seiten. Es muss also einer für eine Art Trennung sorgen und aus der Situation weggehen. Nehmt beispielsweise ein brennendes Feuer. Wenn ihr Wasser hineingebt, geht es aus. Aber wenn ihr Benzin hineinschüttet, was passiert dann?

Devotee: Es brennt noch stärker.

Guruji: Wenn ihr auf das reagiert, was der andere mit euch macht, schüttet ihr Benzin ins Feuer und das Feuer lodert auf. Gebt Wasser hinein, tut alles, was notwendig ist, um Wasser hineinzugeben, dann wird das Feuer erlöschen. Gandhi sagte immer, dass wenn er geschlagen wurde…..

Devotee (unterbricht Ihn): Und wenn einen jemand mit dem Messer angreift?

Guruji: Mit einem Messer? Dann musst du dich retten, dich verteidigen, aber verwickle dich nicht emotional, werde nicht ärgerlich. Da besteht ein Unterschied.

Devotee: Ist es falsch, Kampfsport zu betreiben?

Kampsport ist eine gute Bewährungsmöglichkeit

Guruji: Nein. Es ist nichts falsch daran, Kampfsport zu betreiben. Warum, wenn doch Guruji der beste Schütze war! Ich hatte 99 Punkte beim Schießen und auch das Scharfschützen-Abzeichen. Beim Kampfsport muss man perfekt sein. In der Tat heißt es nach wie vor, dass es in der Geschichte keinen besseren Guru gab als Parshuram, und Parshuram war der größte Experte im Kampfsport. Darin liegt eine gute Bewährungsmöglichkeit (ein guter Beruf).

Devotee: Guruji, als Arjuna zu Krishna sagte, dass er nicht mit den Kauravas kämpfen wollte, sagte Krishna, dass es sein Dharma sei, mit ihnen zu kämpfen. Wo Arjuna ihnen vergeben wollte.

Guruji: Nein, nein. Arjuna wollte ihnen nicht vergeben. Das ist eine falsche Auffassung.

Devotee: Er wollte nicht kämpfen, er hatte Angst.

Guruji: Arjuna wollte nicht kämpfen, weil es seine Verwandten waren. Es waren Gefühle, es war Anhaftung. „Er ist mein Onkel, er ist mein Guru, er ist mein dies, er ist das. Wie kann ich gegen sie kämpfen?“ Es war nicht, dass er ihnen vergeben wollte. So musste ihm Krishna die ganzen Veden in einer konzentrierten Form vermitteln und ihm erklären, was es bedeutet, ein Soldat und ein Mensch zu sein, nämlich das Böse zu vernichten. Und für die Vernichtung des Bösen muss man kämpfen. Vergeben ist etwas anderes.

Devotee: Dann ist es also in Ordnung, wenn ein Soldat einen anderen tötet?

Soldatsein ist Seva für das Land

Guruji: Ja, Es ist sogar so, dass wenn einer im Kampf stirbt, er sofort in den Himmel kommt, tatsächlich ist dann sein ganzes Karma zu Ende.

Devotee: Ohne dass er Gebete verrichtet?

Guruji: Ohne dass er irgendetwas tut. Wenn ihr kämpft und im Krieg sterbt, dann geht ihr, wie Krishna es in der Gita gesagt hat, in den Himmel, weil euer Karma zu Ende ist. Ihr habt den Körper eingesetzt, um dem Land zu dienen, ohne Angst, ohne irgendetwas, und euren Körper geopfert. Das ist das Höchste, was ihr tun könnt, den Körper für die Sache des Landes zu opfern. Dieses Opfer bringt mehr Verdienste, weil es das Opfer des Körpers ist, das Geschenk eurer Dienste, ihr macht Seva. Gibt es noch Fragen? .

Devotee: Ja noch eine. Gestern hast Du Rukminiji und Lakshmiji erwähnt. Wer ist Radhaji?

Teilinkarnationen von Göttinnen: Vaishnavi Devi und der Kaliki-Avatar

Guruji: Radha ist auch ein Teil von Lakshmi, eine Teilinkarnation. Es gibt viele solcher Teilinkarnationen von Göttinnen, wie beispielsweise Parvati Ma in vielen Gestalten inkarmiert ist. Es können auch zwei Inkarnationen gleichzeitig auf der Erde sein. Ich gebe euch ein Beispiel: Als Sita Ma da war, gab es noch eine andere Göttin, eine Teilinkarnation von Parvati Ma, die Gottesdienste zu Rama durchführte. Und Rama war erfreut. Rama ging zu ihr und sagte zu ihr: „Ich bin erfreut über deine Gottesdienste. Du hast einen Wunsch frei.“ Sie sagte: „Ich möchte dich heiraten.“. Das war die Gunst, die Rama ihr gewährte. Rama muss sie heiraten. Rama sagte: „In dieser Inkarnation bin ich nur mit einer Frau verheiratet. Aber im Kaliyuga werde ich mich als Kalki inkarnieren und dann werde ich dich heiraten.“ Das ist Vaishnavi Devi. Er sagte: „Geh jetzt zu diesem Felsen, [Der dreigipflige Berg gilt aus Ausdruck der drei Aspekte von Vaishanvi Devi: Kali, Saraswati und Lakshmi.] bleib dort und kümmere dich um die Devotees. Wenn sie kommen, behebe ihre Schwierigkeiten. Und komm heraus, wenn der Kalki Avatar da ist, dann heirate ich dich.“ Vaishnavi Devi ist dort.

Devotee: Wann kommt der Kalki Avatar?

Guruji: Das dauert noch.

Devotee: Du hast erwähnt, dass Baba hier ist, oben in den Räumen, und manchmal auch hier unten. Er ist körperlich hier, und gleichzeitig ist Er körperlich in Puttaparthi. Das heißt also, dass Er zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten körperlich anwesend ist.

Im Astralkörper kann Baba an vielen Orten sein

Guruji: Dieselbe Frage hat Mataji (Geeta) Baba gestellt. Zuerst möchte ich euch etwas zeigen. Ihr seht die Sitzfläche des Sessels, sie ist etwas eingedrückt. Das kann nur dann so sein, wenn eine Person ständig darauf sitzt. Als Mataji Baba die Frage stellte, sagte Baba: „Warte, ich zeige es dir.“ Baba ging in eine Ecke des Raums, und von dieser Ecke begannen viele kleine Babas herauszukommen. Mehrere Tausend Babas kamen aus dem Haupt-Baba, der in der Ecke stand. Er sagte: „Ich kann an einem Ort gleichzeitig in mehreren Gestalten sein. Es gibt keine Begrenzung für meine Möglichkeit zu inkarnieren.” Baba kann gleichzeitig in den Träumen vieler Menschen auftauchen. So kommt Baba hierher, Er ist hier, aber außerdem kommt Er in der Nacht. Manchmal kommt Er in mein Zimmer oder in das von Mataji. Aber zu der Zeit ist der Hauptkörper dort und der Astralkörper ist hier. Manchmal ist sein Hauptkörper hier und der Astralkörper ist irgendwo anders. Er kann an vielen Orten gleichzeitig sein.

Devotee: So wie Shirdi Baba immer hier ist.

Guruji: Ja, auch Shirdi Baba. Mit Shirdi Baba ist es genauso.

Devotee: Weil Shirdi Baba Seinen Körper verlassen hat und jetzt als Sathya Sai Baba herabgekommen ist?

Guruji: Im Astralkörper kann Er an vielen Orten sein.

Devotee: Ist das auch bei anderen Göttern und Göttinnen so?

Guruji: Ich kann euch beweisen, dass Shirdi Baba in der Sai Geeta Halle ist. Wenn ich es euch zeigen würde, wärt ihr vollkommen überzeugt. Seid auch überzeugt, wenn ich euch nur erzähle, denn ich kann das nicht machen, es euch zu zeigen. Shirdi Baba hat mit einer deutschen Devotee gesprochen, Er ist aus der Statue gekommen. Und zu einer anderen italienischen Devotee hat Shirdi Baba auch gesprochen. Und auch Krishna und Ganesha haben das gemacht.

Devotee: Sie kamen in ihrer körperlichen Form heraus?

Guruji: Ja, in ihrer körperlichen Form, und auch Shiva, Ganesha und Parvati Ma, und nicht nur für den Bruchteil einer Sekunde, eine ganze Stunde sprachen sie gemeinsam mit einer Mutter und Tochter.

Devotee: Was haben sie so gesagt? Ich meine, wenn Gott mit jemandem spricht, was sagt Er dann so?

Wie Baba uns unterstützt

Guruji: Sie halten Vorträge, geben Rat, was man tun sollte oder nicht machen sollte, usw. Allgemein gesagt, kommt Baba in den Traum oder geht körperlich zu jemandem, wenn es notwendig oder erforderlich ist. Nehmt beispielsweise O. Es war notwendig, dass Baba zu dir kam. Du warst so krank, und Er musste all diese Dinge tun, die Er getan hat. Die Notwendigkeit ist ganz wichtig und das Verlangen des Devotees nach Gott – vom Herzen her. So kommt Baba zu einem Devotee. Heute Morgen hat Baba Mataji operiert, und danach fühlte sie sich krank.

Devotee: Mataji hat eine Menge Schmerzen, Karma übernommen.

Guruji: Ja, deshalb wurde sie krank, heute Morgen konnte sie nicht aufstehen.

Devotee: Sie sah nicht gut aus.

Guruji: Das ist der physische Beweis dessen, was Baba tut. Baba macht so viel. Die Menschen wissen es nicht, selbst die nicht, für die Baba etwas tut. Wir wissen es, weil Baba es uns erzählt, und Er tut es oft auch durch uns. So viel über die Inkarnationen.

Devotee: Wir haben mit Mutter in London gesprochen. Sie erzählte uns, dass Dr. X. eine spezielle Zeremonie, ‚Laksharcana‘, am 25.12. abhalten will. Und sie erzählte auch von einer Nachricht, die aus den Vereinigten Staaten kam und besagte, jeder, der an diesem Laksharcana teilnehme, bekomme Befreiung. Baba habe das gesagt, so sagten die Leute.

Um Befreiung zu erlangen, muss das Karma beendet werden

Guruji: Nein, das ist nicht so. Wenn mehr Leute die Mantras rezitieren, ist das gut. Baba sagt, dass es sehr gut ist, die Mantras zu rezitieren.

Wenn ihr Befreiung haben wollt, was ist da wesentlich? Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Gott? Dieser Unterschied muss verschwinden, und dieser Unterschied ist das Karma. Wenn euer Karma zu Ende ist, seid ihr göttlich, dann könnt ihr euch mit dem Göttlichen, mit Gott mischen. Euer Karma-Konto bei Chitragupta (dem Buchhalter des Gottes der Rechtschaffenheit) sollte auf Null sein. Nur dann könnt ihr Befreiung bekommen, das heißt, mit dem Herrn verschmelzen. Ganz logisch betrachtet: Wie könnt ihr nur durch die Teilnahme an einer Zeremonie Befreiung bekommen? Baba kann jedem zu jeder Zeit, ohne etwas zu tun, Befreiung geben, daran besteht kein Zweifel. Ihr versteht, was ich euch zu vermitteln versuche. Aber es ist dennoch gut, an dem Laksharcana teilzunehmen. (lachend) Dr. X. weiß nicht, dass er meinen Geburtstag feiern wird. [Ende des Vortrages]

Fragen an Guruji  im Jahr 2000 im Anschluss an eine Bhagavad Gita Besprechung:

Gehorsam ist die Pflicht der Soldaten

Devotee: Ist es in Ordnung, wenn ein Soldat für die falsche Sache kämpft?

Guruji: Wisst ihr, in der Armee gibt es eine Regel, dass man dem Befehl des Vorgesetzten zu gehorchen hat. Der Vorgesetzte, der einem nicht rechtschaffenen Gesetz folgt und einen nicht rechtschaffenen Befehl ereilt, trägt die Verantwortung dafür. Für den Soldaten ist es Befehlsgehorsam, dass er kämpfen muss.
Rechtschaffenheit und Unrechtschaffenheit hat nichts mit Gewinnen und Verlieren zu tun.

Gertrud: In Indien kann man selber entscheiden, ob man Soldat werden will, in Deutschland ist man zum Wehrdienst verpflichtet (im Jahr 2000 war das noch so).

Guruji: Ihr bringt immer das Beispiel von Adolf Hitler, und dann sagt ihr, der Soldat solle nein sagen, weil der Kampf nicht gerecht war. Aber wenn man einmal in die Armee eingetreten ist und den Eid geschworen hat, dem Befehl des Vorgesetzten zu gehorchen, ist man verpflichtet zu gehorchen.

Gertrud: Auch wenn der Befehlshaber ein Dämon ist!

Devotee: In Deutschland gibt es einen Slogan: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Wenn keiner Kämpft, ist Frieden. Es könnte eine Alternative zum Kämpfen sein, wenn man sagt: „Wir sind friedliche Menschen und wir wollen keinen Krieg gegen einander.“

Guruji: Aber angenommen, es greift euch jemand an? Angenommen, Russland würde Deutschland angreifen.

Devotee: Wir könnten sagen: „Lasst uns ein Bier zusammen trinken, lasst uns Freunde sein!“

Guruji: Gut, ihr sagt, dass ihr ein Freund seid, aber der andere sagt: „Nein, ein, geh mir aus dem Weg, sonst schieß ich dich tot.“ Was macht ihr dann? Rennt ihr weg? Nein, dann kämpft ihr, ihr beschützt euer Land, das ist eure Pflicht. Es ist die Pflicht eines jeden Soldaten, sein Land zu beschützen.

“Heilige Kriege”: Religion ist kein Grund, Krieg zu führen

Devotee: Und was ist mit den sogenannten heiligen Kriegen?

Guruji: Sie werden als heilige Kriege bezeichnet, aber keine Religion sagt euch, dass ihr Krieg führen sollt. Sie sagen nicht, ihr müsstet für das Christentum Krieg führen, aber um die Gefühle der Menschen aufzustacheln, sagen sie: „Kämpft für den Islam, der Islam ist bedroht!“ Die Religion kann überhaupt nicht in Gefahr sein, es geht darum, die Gefühle der Menschen aufzustacheln. Das ist nicht richtig. Menschen, die auf diese Weise kämpfen, sind falsch motiviert. Die Motivation ist falsch. Religion ist kein Grund, Kriege zu führen.

OM OM OM SHANTI SHANTI SHANTIHI


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