Für Gemeinsamkeit bei aller Individualität

Leserbrief an den Initiator der “Demo gegen Intoleranz” am 23. Januar in Freiburg

Hallo Leon,

wir finden Dein Engagement gut. Jeder einzelne sollte etwas tun; Stellung beziehen, damit sich Missstände verändern können.

Unserer Meinung nach ist es zu einfach sich mit „je suis Charlie“ zu solidarisieren, um sich gegen Pegida zu äußern.

Das ist für uns zu kurz gedacht und ist nichts anderes wie es oft von den Machthabern dieser Welt gespielt wird. Sich auf eine Seite schlagen, um an anderer Stelle ein politisches Ziel zu erreichen.

So läuft der Kreislauf von Hass, Macht und Gewalt immer weiter.

Wir bitten Dich, jetzt wo Dir soviel Aufmerksamkeit zu Teil wird, nutze diese Chance und betone auf Deiner Demo, dass man nicht nur gegen etwas sein kann, sondern auch für etwas sein muss.

Für Frieden, für Toleranz, für Gemeinsamkeit bei aller Individualität.

Darum geht es Dir doch grundsätzlich.

Lass Dich nicht auf den politischen comon sense mit „je suis Charlie“ ein.

Denn Charlie Hebdo hat auf seine Weise dazu beigetragen, das Feuer angefacht, anstatt es zu löschen. Unter dem Deckmantel der Pressefreiheit wurde Feindschaft geschürt.

Deshalb grenze Dich ab von Pegidas Haltung, aber nicht von den Menschen, grenze Dich ab von Charlies Haltung, aber nicht von den Menschen, grenze Dich ab von terroristischen Handlungen, aber nicht von den Menschen und setzte Dich ein für die Werte, die Dir wichtig sind.

Du wirst ein großes Publikum haben, nimm Deine Verantwortung wahr.

Trete aus aus dem Kreislauf der Abrenzung, das hat uns bisher auch nicht weitergebracht.

Es wird Zeit, dass wir Gemeinsamkeiten suchen und leben und nicht mit unserer Gegen-Haltung genau das zu tun, was wir anderen ankreiden.

Uns unterscheidet nichts.

Viel Erfolg dabei!
Lil und Wolfgang Egner


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