Die Suche nach Gemeinsamkeiten

Die Suche nach Gemeinsamkeiten (veröffentlicht am Sa, 17. Januar 2015 auf badische-zeitung.de), Leserbrief zu den Terroranschlägen von Paris

Ungekürzte Version:

Die Versuchung sich nun in der Analyse der Verschiedenheiten zu verlieren ist riesengroß, Juden, Hindus, Christen, Moslems. Wer ist richtig, wer liegt falsch? Aber wo landen wir da?

Wenn wir uns von den einen abgegrenzt haben, wer und was folgt als nächstes – das Land, der Ort, die Familie, die Hausgemeinschaft? Letzten Endes sind wir auf dieser Ebene als Individuen alle unterschiedlich. Ja sogar jeder in sich?

Das ist mit Sicherheit der falsche Fokus.

Die große Chance und die wichtigste Arbeit ist nun, sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten zu machen. Was ist es, was uns alle verbindet?

Es ist das Recht auf Frieden. Es ist das Recht auf das Gute in jedem Menschen zu blicken. Es ist das Recht und die Pflicht uns gegenseitig zu helfen.

Und es ist letztendlich die Liebe, die uns das ermöglicht. Und wer das Glück hat, diese Liebe im Vertrauen auf Gott entwickeln zu dürfen, dem sei zu dieser Gnade herzlich beglückwünscht.

Je nach Lebensweg, Erfahrung oder Geburtsort, wird sich diese Hingabe an Gott in verschiedenen Gewändern zeigen. Im Blick auf Jesus, auf Mohammed, auf Krishna.

Wichtig ist nur, dass sich aus dieser Hingabe das Bewusstsein für das Gemeinsame, alles verbindende entwickelt.

Und wer es vielleicht alleine als Atheist schaffen muss, auch der muss sich auf die Gemeinsame Basis aller Menschen besinnen: Die Liebe.

Es ist ist leicht sich nun auf die Unterschiede zu stürzen, mit Fingern zu zeigen. Wir sollten die Chance nicht verpassen darauf zu verzichten.

Und uns auf das Gemeinsame konzentrieren und denen, die es nicht sehen wollen und – aufgrund von Machtsucht, Selbstsucht oder Dummheit mutwillig dagegen angehen – eine klare und kompromisslose Absage erteilen.

Mit allen Mitteln.

Teilen wir die Welt nicht in Konfessionen, schwarz oder weiß sondern viel besser: in Liebe und Hass.

Jeder Mensch ist auf der guten Seite herzlich willkommen! Nein, es ist jedermanns Pflicht, sich für die gute Seite zu entscheiden.

Wolfgang Egner
Freiburg
Kundenberater und Wirtschaftsmediator
(katholisch geboren, europäisch geprägt, hinduistisch lebend – und doch immer der gleiche Mensch)


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