Der Preis war zu hoch

Leserbrief Es gibt nur einen Gott (veröffentlicht am Fr, 23. Januar 2015 auf badische-zeitung.de) zum “Tagesspiegel” Seite 1 vom 13.1.2015 von Thomas Häuser

“Der Alltag könne nicht mehr so sein wie vorher” – wie vor der abscheulichen Hinrichtung der Journalisten durch die Terroristen. In einem Interview mit einer Mitarbeiterin von Charlie Hebdo äußerte diese wörtlich: “Der Preis war zu hoch!”

Diese Aussage berührte mich zutiefst, denn sie steht meines Erachtens für eine mögliche Erkenntnis, die ich für mich selber erfahren durfte. Wer einmal die Gnade, Führung, Liebe und Erfahrung des Göttlichen machen durfte, käme niemals auf die Idee, einen Propheten für weltliche Interessen zu instrumentalisieren, der würde niemals zum Terroristen, im Gegenteil. Er würde sich für eine Freiheit einsetzen, die das Macht/Ohnmachtsspiel der Menschen zu überwinden hilft, der die Brüderlichkeit im friedlichen Nebeneinander der verschieden Konfessionen anstrebt – denn es gibt nur einen Gott -, und der in der Einheit die Verbundenheit aller Seelen mit eben diesem einen Gott sucht. Satire und Terrorismus finden in dieser Hingabe zum Propheten – sei es Jesus, sei es Mohammed, sei es ein anderer Sohn Gottes – dann keinen Platz mehr.

Wo werden denn heutzutage die Empfehlungen all dieser Propheten, die im Grunde alle die Botschaft der Liebe und Toleranz verkünden, verstanden, ernst genommen und in den Alltag umgesetzt? Ego, Sucht, weltliche Vorteilssuche, Wissenschaftswahn, Wirtschaftswachstum usw. sind zum Sinn des Lebens geworden. Ereignisse dieser Art von Paris wühlen die Menschen auf und lassen sie hoffentlich auch noch morgen nach dem Tieferen Sinn von Liberte, Fraternite und Egalite suchen.

Dr.med. Gertrud Perach
Spirituelle Lebens-und Gesundheitsberaterin
(ehemals Ärztliche Psychotherapeutin mit Spiritueller Ausrichtung)


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